Archive for August, 2008

hank hates you all

Posted by chris on August 25th, 2008

(der titel dieses post hat uebrigens absolut gar nichts mit dem Inhalt zu tun, wem der titel etwas sagt darf sich aber eingeweiht fuehlen)

Wenn man seinen Anrufbeantworter aus einer psychologischen Abwehrhaltung heraus nicht mehr abhört bekommt man auch nicht mit dass bei einer Spedition seit zwei Wochen ein Riesenpaket rumsteht dass die mir gern vorbeibringen wuerden. Haben sie nun auch getan und ich bin um eine EPIRB (ich weiss – die heissen jetzt COSPAR/SARSAT dingsbums aber ich finde den alten namen besser) und eine Genua reicher.

Die Genua wurde dieses Wochenende gleich ausprobiert (bei Nord bis Nordwest passte das wie die Faust aufs Auge) und gleich zu Beginn kam ich in den Genuss ein wenig mit den Jungs der “Tommy Hilfiger” mitzusegeln (das ist uebrigens ein Extreme 40) – die waren irgendwie mit Ihrem RIB am quatschen und so konnte ich eine Weile neben her fahren und mir das Geraet mal aus der Nähe ansehen.

Anschliessend raus aus der Förde und nacheinander Genua, dann Fock (weil höher an den Wind) dann Gennaker gesetzt, dann Wind eingeschlafen – aus Langeweile dann nochmal die Sturmfock angeschlagen, kann ja nicht schaden.
Das war zwar nicht schön aber wenigstens war es trocken und so habe ich auch wirklich jedes Segel hochgezogen das ansatzweise feucht war um den Kahn mal wieder trockenzulegen, die feuchten Segel unter Deck und das feuchte Wetter hatten jegliche Stoffteile unter Deck leichten Schimmel ansetzen lassen.

Nun ist das Schiff aber wieder trocken (wenigstens eine Weile) und ich kann sagen dass auch die Genua ein wirklich gelungenes Segel ist – wenngleich ich das Gefuehl habe dass sie deutlich groesser ist als die Genuas die ich von den anderen Minis kenne die ich bislang gesegelt bin. Aber beim Segeltrimm werde ich jetzt sicherer und komme langsam auch an die Werte ran die man laut Polardiagramm fahren muesste – wenn ich das bald auch unter Spi und Gennaker hinkriege waere das eine feine Sache.

Zu guter letzt kann ich sagen dass unter Deck nun endgueltig die Segel herrschen, wo man hinschaut graue Segelsaecke – aber so soll es ja auch sein.

Gennaker die zweite

Posted by chris on August 11th, 2008

Nachtrag: vorletztes Wochenende stand noch einmal unter dem Thema “Gennaker ausprobieren”, diesesmal mit Unterstützung denn Jan war dabei um nach dem Aufriggen nun endlich auch mal selbst an Bord mitzusegeln.

Nach dem x-ten Manöver hatten wir endlich rausgefunden wie man den Gennaker ordentlich aufrollt ohne dass er einem nach Luv einklappt, die Rollanlage verbiegt oder so viel Druck drin ist dass die Rollleine durchrutscht und es ist fast peinlich wie viele Stunden wir probierten bis wir drauf kamen:
Schot ausrauschen lassen… Manchmal ist der einfachste Weg auch der richtigste.

Ansonsten war es wieder traumhaftes Segeln, nachts regnete es und tagsüber gab es häufig Sonne und Wind. Nur samstag abend ließ uns der Wind hängen und nachdem wir stundenlang unter Gennaker einfach mit halbem Wind durch die Ostsee gebrackert waren ohne uns zu kümmern wohin mussten wir dann gute zwei Motorfüllungen zurück motoren – aus dem geplanten Damp wurde dann doch nur Schilksee, aber Rudi war eh noch nicht da.

Zu erwähnen sei aber doch die halbe Meuterei bei der ernsthaft die Funktionsfähigkeit meines GPS bzw. meine Fähigkeiten zwei Koordinaten in eine Karte einzuzeichnen bezweifelt wurden. Wir waren nämlich so weit nach Osten geheizt und hatten ein Regengebiet über Damp stehen so dass wir – zwar auf der Höhe von Dapm stehend – in die Kieler Förde reinschauen konnten ohne aber Damp zu sehen.

Am Sonntag dann noch einen zweistelligen Knoten-Ritt unter großem Spi von Schilksee in Richtung Laboe,  beim Einlaufen in die Förde der “Bank von Bremen” begegnet (und mit ansehen müssen wie viel Grad sie höher laufen kann) und zum Abschluss den Anleger total vergeigt, dann war das Wochenende auch schon wieder vorbei.

Dieses Wochenende dann fleissig neues Equipment verbaut und versucht einige nervige Punkte der ToDo-Liste abzuhaken (z.B. die nicht funktionierende Logge), leider ohne Erfolg – dafür festgestellt dass die Rumpfdurchlässe der Sensoren lecken und das in der Bilge stehende Wasser nicht am Mast runtergelaufen sondern direkt durch den Rump eingedrungen ist. Mal sehen was Structures dazu sagt wenn sie aus den Sommerferien zurück sind.

Meine Planung den Gennaker-Trimm bei den gut 5 Windstärken in der Kieler Förder zu optimieren wurden jäh enttäuscht: der Wind war zu böig und obwohl so gut wie nichts auf der Förde los war kam einem trotzdem so viel Berufsschiffahrt in die Quere dass es Manöver im Minutentakt bedeutet hätte allein bei Regen war mir das dann doch zu viel und ganz aus der Förde raus lohnte sich nicht.

Daher weiter gearbeitet, gespleißt (Jan: du wärst stolz auf mich), Ölwechsel usw.

Nächstes Wochenende ist Partypause, die Woche danach geht’s hoffentlich wieder richtig los.